01.09Befestigungslösung Spreiznieten
Ein Spreizniet aus Kunststoff ist eine Befestigungslösung, die eine schnelle und einfache Montage erlaubt. Für den Einsatz solcher Niete muss ein Werkstück im Allgemeinen nur von einer Seite zugänglich sein und es ist dafür auch keine aufwändige Bearbeitung der Bohrung, beispielsweise das Schneiden eines Gewindes notwendig. Die Verbindungselemente aus Plastik sind außerdem korrosionsbeständig.
Die Funktionsweise des Spreizniets
In der Standardausführung besteht ein Spreizniet aus zwei Teilen. Der Körper hat einen hohlen Schaft, der normalerweise zylindrisch ist und für die Montage durch eine Bohrung in den zu verbindenden Teilen gesteckt wird. Ein Kopf am Schaft verhindert, dass der Niet durch die Bohrung hindurch rutscht.
Das zweite Teil ist ein Dorn, der in den Spreizniet hineingedrückt wird und das Ende des Schaftes auseinander presst. Die Haltewirkung kann dabei auf zwei verschiedene Arten erzeugt werden.
Bei dünnen Teilen, wenn der Nietenschaft hinten aus dem Material heraus ragt, funktioniert der Spreizniet wie ein Vollniet. Die Teile werden zwischen dem Setzkopf und dem zu einem Schließkopf verformten Schaft gehalten. Es entsteht ein Formschluss.
Spreizniete können aber auch in dickeren Materialien angewendet werden, zum Beispiel ein Sackloch verschließen. In diesem Fall funktioniert der Spreizniet allerdings eher wie ein Dübel und statt einer formschlüssigen, entsteht eine kraftschlüssige Verbindung.
In beiden Fällen muss das Material hart genug sein, damit der Spreizniet das Loch nicht so stark aufweitet, dass er durchrutschen kann. Bei mehrlagigen Verbindungen betrifft das nur die unterste Lage. Es ist also durchaus möglich ein sehr weiches Material, wie Leder oder Stoff, auf einer harten Unterlage, zum Beispiel Blech zu befestigen.
Das liegt daran, dass der Setzkopf im Allgemeinen einen wesentlich größeren Durchmesser hat, als beim Schließkopf möglich ist. Denn die Aufweitung des Schafts ist, bei der hier beschriebenen Standardform des Spreizniets, auf den Durchmesser des Dorns begrenzt.
Andere Bauformen erweitern den Einsatzbereich
Diese Regel gilt allerdings nicht für Sonderformen. Schon bei ganz einfachen, einteiligen Spreiznieten, deren Schaft ein rautenförmiges, Blattfeder-artiges Gebilde ist, das zum Einbau zusammengedrückt wird und sich hinter dem Loch wieder ausdehnt, ist ein größerer Durchmesser auf der Rückseite möglich.
Die Belastbarkeit dieser Nietverbindungen ist aber deutlich geringer. Dieser Nachteil besteht nicht bei Sonderformen, bei denen der Schaft in Füßchen endet, die hebelartig auseinander gedrückt werden. Die Funktionsweise ist ähnlich der eines Hohlraumdübels.
Oberflächengestaltung mit Spreiznieten
Spreizniete werden meist von der Sichtseite einer Verbindung angebracht und bilden dann ein sichtbares Oberflächenelement. Für eine ansprechende Oberflächengestaltung gibt es daher Spreizniete mit sehr unterschiedlichen Kopfformen, die sich in zwei Kategorien einteilen lassen. Bei der einen Form ist der Dorn ein einfacher, zylindrischer Stift, der nach dem Schließen der Verbindung bündig mit dem Nietenkopf abschließt. Bei der anderen Variante hat der Dorn selbst einen Kopf und verdeckt damit den Nietenkopf vollständig oder teilweise.
Ein Kopf am Dorn hat als Vorteil, dass der Druck zum Schließen der Verbindung besser aufgebracht werden kann, insbesondere, wenn die Montage ohne Spezialwerkzeug erfolgt. Aber auch gestalterisch ist diese Konstruktion vorteilhaft, da eine vollständig glatte sichtbare Oberfläche des Befestigungselements möglich ist.