Korbmöbel – Informationen über geflochtene Möbel

In unseren Landen ist es der Strandkorb, der der Flechttradition ein Denkmal gesetzt hat. Heutzutage wird er allerdings von vielen Anbietern schon aus synthetischen Materialien – vorzugsweise aus Polyrattan – maschinell hergestellt. Das Handwerk, Strandkörbe zu flechten, beherrschen nur noch wenige Menschen. In Europa wurden vorzugsweise Weidenruten zum Flechten von Körben und Korbmöbeln verwendet. In Lichtenfels befindet sich heute die einzige Fachschule für Korbflechterei, die es noch gibt. Der Beruf heißt heute nicht mehr Korbmacher, sondern Flechtwerkgestalter.

Korbflechterei in Asien

In Asien kannte man bereits Korbmöbel, als die Kolonialherren kamen. Begonnen hat aber alles viele Jahrhunderte zuvor mit der Herstellung einfacher Körbe aus biegsamen Ruten. Das meist verwendete Material in dieser Region war Rattan bzw. Peddigrohr. Beides sind Palmenstamm-Prudukte, die überall reichlich vorhanden waren. Wer den Bogen einmal raus hatte, konnte aus dem äußerst biegsamen Material alles Mögliche herstellen. In Wasser eingeweicht oder unter heißem Dampf biegsamer gemacht, konnte man aus den dünnen oder breit geklopften Strängen dieses Materials auch große Gegenstände herstellen. Man verwendete im Möbelbau unterschiedlich dicke Stängel oder auch dickere Teile des Palmenstammes, da hier eine besondere Stabilität erforderlich war. Mit den bis zu fünf Meter langen Rattanstreifen, die man aus der Sprossenoberfläche gewann, konnte man haltbare Stuhlgeflechte herstellen. Man konnte das Naturmaterial hobeln, spalten und verschiedenfarbig beizen. Es eignete sich also für verschiedenste Zwecke. Man entwickelte große Fingerfertigkeit im Flechthandwerk und konnte bald größere Mengen Möbel herstellen. Unter der Kolonialherrschaft entwickelten Rattanmöbel bald eine besondere Bedeutung und wurden lange Zeit als Kolonialmöbel vermarktet. Der größte Vorteil dieser Möbel war ihre Haltbarkeit. Sie wirkten leicht und luftig oder schwer und behäbig, je nachdem, wie man das Material verarbeitete. Auf Bali entwickelte man kunstvoll geflochtene Rattanstühle mit ausufernden Lehnen, anderswo konstruierte man Sofas für Veranden, die man mit Polstern und Kissen gemütlich ausstattete.

Flechtmöbel in moderner Zeit

Heutzutage findet sich auf jeder vierten Terrasse eine Möbelgarnitur aus Polyrattan. Die Renaissance von Flechtmöbeln ist unübersehbar. Auch in den modern ausgestalteten Wohnräumen hat Rattan neben Holz, Glas und Metall Einzug gehalten. Hier allerdings findet man heute kaum noch die typischen Kolonialmöbel, sondern vorwiegend Designerobjekte, die ihren Preis haben. Rattantische können mit Glasplatten kombiniert, Rattansofas mit Lederpolstern ausgestattet werden. Man kann ganze Sitzgruppen und Regalwände aus dem vielseitigen Flechtmaterial ordern. Rattan ist salonfähig geworden. Es überzeugt durch leichtes Gewicht, lange Haltbarkeit und natürliches Aussehen. In vielen Betrieben werden die Rattanmöbel auch heute noch per Hand hergestellt.

Qualitätsmerkmale von Korbmöbeln

Beim Kauf von Korbmöbeln sollte man sich unterschiedlicher Qualitäten und Verarbeitungswege bewusst sein. Oft hilft hier der Belastungstest. Was sich wackelig anfühlt, sollte man stehen lassen. Gute Qualitäten werden verleimt, verdübelt oder gezapft. Die Eckverbindungen hochwertiger Korbmöbel sind mit Leder umwickelt. Sind die Teile zusammengenagelt oder verschraubt, ist Instabilität zu erwarten. Um das festzustellen, sollte man das ausgewählte Möbelstück von unten ansehen. Es sollte auch im Korbgeflecht keine sichtbaren Bruchstellen geben. Man sollte außerdem nicht erkennen, wo ein Flechtstrang beginnt oder endet.

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